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STADA Abschreibungen auf serbische Forderungen


22.09.2011
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von STADA Arzneimittel (ISIN DE0007251803 / WKN 725180) nach wie vor mit "kaufen" ein.

Im Rahmen einer gestern veröffentlichten Ad-hoc-Meldung habe das Management mitgeteilt, dass offene Forderungen der Hemofarm gegenüber verschiedenen serbischen Pharma-Großhandlungen (vor allem Velefarm) offenbar im signifikanten Umfang nicht werthaltig seien. Daher würden Wertminderungen und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von rund 97 Mio. EUR vorgenommen (rund 85 Mio. EUR nach Steuern), die im 3. Quartal als einmalige Sondereffekte ausgewiesen würden.

Die Liquiditätssituation von STADA sollte dadurch nicht wesentlich belastet werden, da die Wertminderungen und Abschreibungen weit überwiegend zahlungsunwirksam sein sollten.


Die Meldung sei überraschend gekommen und dürfte damit auch das Vertrauen der Anleger erstmal belasten. Bereits 2010 habe man Wertberichtigungen von Forderungen gegenüber den lokalen Großhändlern in Höhe von 34,2 Mio. EUR verbucht. Der mit Abstand größte Einzelfall habe auch dabei Forderungen der serbischen STADA-Tochtergesellschaft Hemofarm A.D. gegenüber der serbischen Großhandelsgruppe Velefarm betroffen, an der Hemofarm eine 19,65%-Beteiligung halte (Großaktionär sei der serbische Staat).

Zur nachhaltigen Sicherung dieser Forderungen sei im September 2010 zwischen Hemofarm und Velefarm ein Restrukturierungsplan für die Velefarm-Verbindlichkeiten gegenüber Hemofarm unterzeichnet worden, der unter anderem auch die Einsetzung eines Restrukturierungsbeauftragten bei Velefarm vorgesehen habe. Mit diesem Restrukturierungsplan sollte Velefarm in die Lage versetzt werden, die noch ausstehenden Forderungen der Hemofarm schrittweise über mehrere Jahre zu begleichen. Offenbar hätten sämtliche Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Positiv würden die Analysten werten, dass STADA nun wohl "freier" sei, wenn es um die Auswahl der Großhändler gehe, mit denen man nun künftig zusammenarbeiten möchte. Ferner beabsichtige man, nur noch gegen Vorkasse Leistungen zu erbringen und wolle parallel den Direktvertrieb mit den Apotheken vor Ort ausbauen. Ihre Schätzungen für 2011 hätten die Analysten entsprechend nach unten angepasst und ihr Kursziel von 30 EUR auf 25 EUR reduziert.

Da die Analysten vom Bankhaus Lampe langfristig dennoch von dem Geschäftsmodell überzeugt sind und STADA von der steigenden Generikapenetration profitieren dürfte, behalten sie ihr "kaufen"-Anlageurteil bei. (Analyse vom 22.09.2011) (22.09.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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